Im Wohnbereich 3 leben Frauen mit einer mittleren bis starken geistigen Behinderung und extrem herausforderndem Verhalten oder mit deutlich psychischen Auffälligkeiten oder Erkrankungen (Betreuungsschwerpunkt 4, Betreuungsschwerpunkt 5).
Konzept
Förderungsschwerpunkte für den Betreuungsschwerpunkt 4 und Betreuungsschwerpunkt 5
Kennzeichnend für die Bewohnerinnen dieses Betreuungsschwerpunktes ist die Gestaltung eines sozialtherapeutischen Milieus sowie einer engmaschigen heilpädagogischen Begleitung. Dadurch wird den Bewohnerinnen mit z. T. massiven Verhaltensbesonderheiten die Chance gegeben, intensive Nachreifungsprozesse in ihrer Entwicklung zu durchleben und somit auch ein größtmögliches Maß an Ich-Identität zu erreichen. Fokussiert wird die Auseinandersetzung des Einzelnen mit der eigenen Person, nachrangig die Entwicklung von Gruppenfähigkeit. Die Entwicklung und Erprobung konstruktiver Konfliktbewältigung sind ein weiterer Schwerpunkt in der Arbeit. Die Bewohnerinnen nehmen z. T. an Gestalttherapien, Reittherapien sowie Einzelbegleitung/-förderung durch Mitarbeiter/Innen der jeweiligen Gruppe oder des pädagogischen Fachdienstes teil. Sie gehen in die Tilbecker Werkstätten oder werden je nach Behinderungsgrad über die Tagesstätte bzw. Tagesförderung betreut.
Für den Personenkreis von Frauen mit psychischen Auffälligkeiten oder Erkrankungen ist eine besondere therapeutische Vorgehensweise erforderlich. Den kognitiven und verbalen Ressourcen der Bewohnerinnen wird Rechnung getragen. In allen drei Gruppen ist neben der engmaschigen Begleitung vor allem eine verlässliche Struktur im Tagesablauf, das Einhalten von Grenzen und Absprachen sowie die Kontinuität des Mitarbeiter-Teams Voraussetzung in der Arbeit mit den Frauen. Eine intensive Zusammenarbeit mit anderen Bereichen wie Tilbecker Werkstätten, Tagesstätte, Tagesförderung, Ärzte, pädagogischem Fachdienst ist unabdingbar.