Wohnbereich 1
Im Wohnbereich 1 leben Frauen mit größtenteils mittleren und schweren Behinderungen. Zusätzlich liegen oft weitere Einschränkungen durch Körperbehinderungen, Epilepsie oder fehlende Sprachentwicklung vor. Kennzeichnend ist deshalb ein hoher Pflegebedarf in der individuellen Basisversorgung und eine intensive Begleitung in vielen lebenspraktischen Belangen.
Ein Teil der Bewohnerinnen arbeitet tagsüber in den Tilbecker Werkstätten. Der größte Teil besucht die tagesstrukturierenden Angebote der Tagesstätte oder Tagesförderung.
Konzept
Grundlage der Arbeit ist das im Leitbild beschriebene Menschenbild. Wir orientieren uns an dem einzelnen Menschen mit seinen individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Die Begleitung und Betreuung erfolgt im Bezugsbetreuungssystem und orientiert sich an ihren Grundbedürfnissen, Fähigkeiten und Wachstumsmöglichkeiten, realisiert sich aber auch in der Begleitung bei einsetzenden Abbauprozessen geistiger und körperlicher Kompetenzen.
Die notwendige Pflege wird als aktivierende Pflege verstanden. Die Bewohnerin erhält dabei die notwendige Unterstützung in der Übernahme von pflegerischen Tätigkeiten durch MitarbeiterInnen und wird motiviert und unterstützt, vorhandene eigene Ressourcen zu entwickeln und zu nutzen.
Das Eingehen auf individuelle Kommunikationsmöglichkeiten stellt den Ausgangspunkt für das persönliche Wohlbefinden der Bewohnerin in emotionaler und sozialer Hinsicht sicher.
Die Wohngruppen arbeiten in multiprofessionellen Teams, in denen Berufsgruppen mit pädagogischer Ausrichtung (ErzieherInnen, HeilerziehungspflegerInnen) und Berufsgruppen mit pflegerischer Ausrichtung (Krankenschwestern, Krankenpflegern, AltenpflegerInnen) mitwirken.
Schwerpunkte der Förderung sind:
- Pflege und Betreuung im Bezugsbetreuungssystem
- Entwicklung der Ich-Identität
- Förderung der Wahrnehmung (Basale Stimulation, Snoezeln, Musiktherapie)
- Erwerb und Ausbau sozialer Kompetenzen
- Entwicklung und Erprobung von Konfliktfähigkeit
- Einbeziehung von lebensgeschichtlichen Erfahrungen
- Sinnvolle Alltagsgestaltung
- Gestaltung der Freizeit
Die Betreuung von Menschen mit einer schweren geistigen Behinderung fordert zum Teil besondere ergänzende pflegerische Leitungen:
- Unterstützung bzw. Übernahme der Grundpflege
- Motivation zur Förderung individueller Grundfähigkeiten wie Waschen, Anziehen etc.
- Förderung der Mobilität (Stehen, kurze Strecken gehen...)
- Begleitung zu Ärzten, Einkäufen u.ä.
- Pflege der bettlägerigen Bewohnerinnen
Stichworte: Wohnangebot - Geistige Behinderung - Tagesstruktur - Kreis Coesfeld - Alter - Pflege