Pflege nach SGB XI
Seit November 2007 bietet die Stift Tilbeck GmbH am Standort Stift Tilbeck in Havixbeck die vollstationäre Pflege für alte behinderte Menschen an. Zielgruppe sind Menschen mit einer vorrangig geistigen Behinderung nach Vollendung des 65. Lebensjahres, mit einem altersbedingten Kompetenzabbau, bei denen die Aspekte der Lebensbegleitung geprägt werden durch die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung im Alltag.
Für diese Leistungen wurde das Konrad von Parzham Haus errichtet, es wurde im November 2007 in Betrieb genommen.
Nutzerkreis
Aufnahme finden Männer und Frauen, vorrangig aus der Region Westfalen.
Die Lebenssituation der Bewohner ist durch eine lebenslange oder früh erworbene geistige Behinderung geprägt, die wiederum die Lebensentwicklung und Sozialisation deutlich beeinflusst hat. Für diese Personen soll in dieser Pflegeeinrichtung eine Heimat geschaffen werden, die einmal die Bezüge aus der Betreuungsnotwendigkeit bezüglich der geistigen Behinderung aufnimmt, andererseits die spezifischen Belange der altersbedingten Pflege sicherstellt. Dabei treffen die Folgen des Altersabbaus gerade Menschen mit geistiger Behinderung besonders, da sie
- über eine eingeschränkte Kompetenz aufgrund der Primärbehinderung verfügen,
- das Risiko einer erhöhten Multimorbilität tragen,
- ein erhöhtes Risiko psychischer Erkrankungen aufweisen und darüber hinaus
- in geringerem Masse auf eigene soziale Netzwerke zurückgreifen können.
Raum- und Nutzungskonzept
Die Sicherstellung der pflegerischen Bedarfe prägt den Lebensalltag der Bewohner dieses Hauses. Dennoch steht in diesem Haus das Wohnen im Mittelpunkt. Jeder Bewohner hat ein Einzelzimmer, jeder Wohngruppe steht ein großzügig angelegter Gemeinschaftsbereich zur Verfügung, in dem er sich mit anderen Bewohnern treffen und mit ihnen gemeinsam etwas unternehmen kann. Die angeschlossene Küche ist offen gestaltet und regt zur Mitarbeit bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten an. Gerade auf dieses Zusammenleben und Zusammensein der Bewohner wird Wert gelegt.
Wenn einige Bewohner in Folge einer Bettlägerigkeit ihr Zimmer kaum mehr verlassen können, können sie zumindest durch die ggfs geöffnete Tür die Geräusche und Gerüche aus dem Gemeinschaftsraum miterleben oder auch im Pflegesessel/ Pflegebett am Leben der Wohngruppe teilnehmen.
Ein auf die Belange der Bewohner ausgerichteter Garten eröffnet die Möglichkeit, an die frische Luft zu gehen bzw. zu fahren und sich dort aufzuhalten.
Die Bewohner des Obergeschosses haben ein „Grünes Zimmer“, in dem sie sitzen und durch die breit geöffneten Fenster herausschauen können. Die Lage des Hauses mitten im Zentralgelände des Stiftes Tilbeck ermöglicht durch Blickkontakt die Teilnahme am Leben des Einrichtung. Hierzu können natürlich auch die Sitzgelegenheiten im Eingangsbereich oder im kleinen Innenhof genutzt werden. Der im Norden angrenzende, vom Pflegeneubau gut einsehbare Franziskus-Platz ist der zentrale Platz des Stiftes und tagsüber immer von Bewohnern, Besuchern oder Mitarbeitern belebt.
Der Neubau des Konrad von Parzham Hauses war das Ergebnis eines Architektenwettbewerbes. Der realisierte Entwurf stammt vom Büro von Lom Architekten, Köln.
Versorgungsvertrag nach SGB XI
Für die Leistungen des Hauses wurde ein Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen abgeschlossen. Voraussetzung für den Einzug ist die Zugehörigkeit zu dem oben benannten Personenkreis und die Zuerkennung einer Pflegestufe im Sinne des SGB XI durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MdK). Die Pflegekassen übernehmen in der Finanzierung des Pflegesatzes den Anteil nach der zuerkannten Pflegestufe.
Eine Kurzzeitpflege ist möglich.
Das Konzept und ergänzende Informationen unseres Hauses stellen wir Ihnen hier bereit.
Konzeption_Konrad_von_Par.pdf [172325 bytes]
Wir entwickeln die Qualität unserer Angebote kontinuierlich weiter, dabei fließen Ergebnisse externer Prüfungen ein. Hier finden Sie aktuelle Prüfberichte:
Pruefbericht_Heimaufsicht.pdf [217887 bytes]
Die Pflegesätze betragen pro Kalendertag für
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Pflegestufe 0 |
59,47 Euro |
| Pflegestufe I |
74,94 Euro |
| Pflegestufe II |
93,52 Euro |
| Pflegestufe III |
112,80 Euro |
| Investitonsbetrag |
21,74 Euro |
| Kosten für die Unterkunft |
15,98 Euro |
| Kosten für die Verpflegung |
12,30 Euro |
Bei ausschließlicher Sondennahrung wird der Verpflegungssatz um ein Drittel gemindert, sofern der Sachkostenaufwand für Sondennahrung von anderen Kostenträgern übernommen wird
Die Pflegesatzvereinbarung gilt bis zum 28.2.2011.
Die Vergütung unserer Mitarbeiter erfolgt auf der Basis der Arbeitsvertragsrichtlinien des Deutschen Caritasverbandes (AVR - Caritas).
Wer war Konrad von Parzham?
Johannes Birndorfer, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, wurde am 22. 12. 1818 als elftes Kind einer angesehenen Bauernfamilie im niederbayerischen Parzham geboren. Er besuchte die Volksschule mit sehr guten Erfolgen und musste nach dem frühen Tod seiner Eltern weiter auf dem elterlichen Hof bleiben und mitarbeiten. Alle, die ihn aus dieser Zeit kannten, bezeugten später seine tiefe Religiosität und große Vorliebe für das Gebet. Im Jahre 1849 verzichtete Johannes auf den Bauernhof als dessen Erbe und ging in das Kloster zu den Kapuzinern in Altötting. Er erhielt den Ordensnamen "Konrad". Die Oberen übertrugen ihm nach wenigen Jahren der Einführung den Dienst an der Klosterpforte. Eigentlich hätte sich Bruder Konrad nach Stille und Zurückgezogenheit gesehnt. Aber er sah seine Berufung darin, dass er im vielbesuchten Kloster am Wallfahrtsort dort stand, wo sich Klosterleben und Welt begegneten: an der Klosterpforte. 41 Jahre verrichtete er seinen Dienst
Unzählige Pilger kamen mit verschiedensten Anliegen an die Klosterpforte und fanden in Bruder Konrad einen einfühlsamen, zugewandten Menschen, der sich für ihre Sorgen und Nöte öffnete. Es sprach sich bald herum, dass der Pförtner des Klosters ein heiligmäßiger Mann sei, so dass immer mehr ratsuchende Menschen zu ihm kamen. Er selbst ruhte ganz in dem Bewusstsein der Gegenwart Gottes, war ihm in allen Tätigkeiten verbunden und schien die schon zu seinen Lebzeiten einsetzende Verehrung nicht zu bemerken. Seinen Dienst übte er bis drei Tage vor seinem Tod aus. Am 21. April 1894 verstarb er im Kreis seiner Mitbrüder. Zwanzig Jahre später begann der Seligsprechungsprozess. Papst Pius XI sprach Bruder Konrad am 15. Juni 1930 selig und am 20. Mai 1934 heilig.
Papst Pius XII. charakterisiert Konrad von Parzham in einer Predigt mit folgenden Worten: „Wer könnte die Scharen zählen, die an die Pforte der hilfreichen Kapuziner klopften und den heiligen Pförtner um ein gutes Wort, einen kleinen Dienst, ein Stück Brot, einen erfrischenden Trunk und um Trost in ihren Anliegen baten! Selbst Zudringlichkeit, Grobheit und Bosheit brachten es nicht fertig, sein geduldiges Schweigen und seine lächelnde Ruhe zu stören.“
Das Gebet des Heiligen sei nicht geprägt gewesen von der hohen Theologie eines Augustinus, eines Thomas von Kempen oder seines Ordensgründers Franziskus – so Pius XII. Seine Gotteserfahrung habe sich vielmehr im schlichten Beten und in der Begegnung mit den einfachen Menschen ereignet, „in der Ebene der einfachen Leute, wo sich unser tägliches Leben abspielt“.
Er wusste sich von Gott getragen und war zugleich ganz für die Menschen da. So kann man das Leben des Konrad von Parzham zusammenfassen, und so ist er Programm und Leitbild für unser neues Haus im Stift Tilbeck.